Was für ein packendes Finale in der Wiener Stadthalle! Die 70. Ausgabe des Eurovision Song Contest wird als historischer Meilenstein in die ESC-Geschichte eingehen. In einem nervenzerreißenden Voting-Krimi hat sich die bulgarische Sängerin Dara die europäische Musikkrone aufgesetzt. Mit satten 516 Punkten ließ sie die Konkurrenz hinter sich und bescherte ihrem Heimatland den allerersten Sieg bei diesem Wettbewerb.
Dabei gelang Dara ein echtes Kunststück, das man seit Jahren schmerzlich vermisst hat: Sie ist die erste Künstlerin seit Salvador Sobral im Jahr 2017, die sowohl das Publikumsvoting als auch die Jurys komplett für sich gewinnen konnte. Ein absolut verdienter Triumph für eine Performance, die von der ersten bis zur letzten Sekunde elektrisierte.
Vom Geheimtipp zum Champion: Der Siegersong „Bangaranga“
Bulgariens bisheriger Rekord stammte aus dem Jahr 2017, als Kristian Kostov einen starken zweiten Platz belegte. Dass es diesmal für ganz oben reichen würde, zeichnete sich erst spät ab. Dara reiste eher als klassisches „Dark Horse“ nach Österreich. Doch nach den ersten Proben auf der Wiener Bühne schoss sie in den Wettbüros explosionsartig nach vorne.
Ihr Siegersong „Bangaranga“ ist eine absolute Wucht und wurde von einem hochkarätigen Team geschrieben. Neben Dara (Darina Yotova) selbst zeichnen Anne Judith Wik, Cristian Tarcea und der ESC-erprobte Dimitris Kontopoulos für den Track verantwortlich. Wo der ESC-Tross im nächsten Jahr die Zelte aufschlagen wird, steht logischerweise noch in den Sternen – die offiziellen Gespräche über die Ausrichtung des Contests 2027 haben noch nicht begonnen.
Die Top 10 und bittere Enttäuschungen für die DACH-Region
Hinter der bulgarischen Siegerin landete Noam Bettan aus Israel mit dem Song „Michelle“ (343 Punkte) auf einem starken zweiten Platz.
Das Podium komplettiert Rumänien: Alexandra Căpitănescu rockte sich mit „Choke Me“ und 296 Punkten auf Rang 3.
Für die deutschsprachigen ESC-Fans war der Abend hingegen leider ein kollektiver Abend zum Vergessen. Deutschland, vertreten durch Sarah Engels und ihren Song „Fire“, erlebte mit mageren 12 Punkten auf Platz 23 ein mittelschweres Desaster.
Noch bitterer traf es nur die Gastgeber aus Österreich: Cosmó ging mit „Tanzschein“ völlig unter und landete mit gerade einmal 6 Punkten auf dem vorletzten Platz 24.
Das Schlusslicht des Abends bildete das Vereinigte Königreich – Look Mum No Computer sammelte mit „Eins, Zwei, Drei“ lediglich einen einzigen Trostpunkt.
Hier ist das vollständige Klassement des Abends im Überblick:
| Platz | Land | Act | Song | Punkte |
| 1 | Bulgarien | Dara | „Bangaranga“ | 516 |
| 2 | Israel | Noam Bettan | „Michelle“ | 343 |
| 3 | Rumänien | Alexandra Căpitănescu | „Choke Me“ | 296 |
| 4 | Australien | Delta Goodrem | „Eclipse“ | 287 |
| 4 | Italien | Sal da Vinci | „Per sempre sì“ | 281 |
| 6 | Finnland | Linda Lampenius & Pete Parkkonen | „Liekinheitin“ | 279 |
| 7 | Dänemark | Søren Torpegaard Lund | „Før vi går hjem“ | 243 |
| 8 | Moldau | Satoshi | „Viva, Moldova!“ | 226 |
| 9 | Ukraine | Leléka | „Ridnym“ | 221 |
| 10 | Griechenland | Akylas | „Ferto“ | 220 |
| 11 | Frankreich | Monroe | „Regarde !“ | 158 |
| 12 | Polen | Alicja | „Pray“ | 150 |
| 13 | Albanien | Alis | „Nân“ | 145 |
| 14 | Norwegen | Jonas Lovv | „Ya Ya Ya“ | 134 |
| 15 | Kroatien | Lelek | „Andromeda“ | 124 |
| 16 | Tschechien | Daniel Zizka | „Crossroads“ | 113 |
| 17 | Serbien | Lavina | „Kraj mene“ | 90 |
| 18 | Malta | Aidan | „Bella“ | 89 |
| 19 | Zypern | Antigoni | „Jalla“ | 75 |
| 20 | Schweden | Felicia | „My System“ | 51 |
| 21 | Belgien | Essyla | „Dancing on the Ice“ | 36 |
| 22 | Litauen | Lion Ceccah | „Sólo quiero más“ | 22 |
| 23 | Deutschland | Sarah Engels | „Fire“ | 12 |
| 24 | Österreich | Cosmó | „Tanzschein“ | 6 |
| 25 | Vereinigtes Königreich | Look Mum No Computer | „Eins, Zwei, Drei“ | 1 |










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