Eigentlich gab es für die belgischen Eurovision-Fans in diesem Jahr allen Grund zur Freude: Nach einer gefühlten Ewigkeit stand das Land endlich wieder auf der ganz großen Bühne im Finale. Doch beim Blick auf die Einschaltquoten für das Finale der 70. Ausgabe des ESC in Wien folgt das große Rätselraten. Trotz Finaleinzug musste der belgische Rundfunk einen herben Dämpfer hinnehmen und verbuchte das schwächste Publikumsinteresse seit fast einem Jahrzehnt.
Der Final-Einzug zündet nicht beim TV-Publikum
Im Durchschnitt verfolgten am Samstagabend 908.796 Zuschauer das furiose Spektakel live aus der Wiener Stadthalle. Obwohl Belgien zum ersten Mal seit dem Jahr 2023 in Liverpool wieder den Sprung in die finale Samstags-Show geschafft hatte, ging die Reichweite im Vergleich zum Vorjahr um 43.838 Musikfans nach unten. Damit rutschte Belgien auf das magerste Gesamtergebnis für ein Finale seit dem ESC 2018 im portugiesischen Lissabon ab. Das ist eine herbe Enttäuschung, da man im Vorfeld eigentlich mit einer regelrechten Euphoriewelle im Land gerechnet hatte.
Beim Blick auf die beiden großen Sprachregionen des Landes zeigt sich ein extrem gegensätzliches Bild. Auf der einen Seite durfte sich der französischsprachige Sender RTBF über 323.931 Zuschauer freuen – das ist der beste Wert für ein Finale seit dem Jahr 2022 in Turin. Auf der anderen Seite erlebte der flämische Sender VRT ein echtes Desaster: Gerade einmal 584.865 Zuschauer schalteten im niederländischsprachigen Teil ein, was den bitteren Tiefstwert seit dem ESC 2012 im aserbaidschanischen Baku markiert.
Jury-Liebe und Publikums-Abfuhr für Essyla und „Dancing on the Ice“
Verantwortlich für Belgiens Final-Rückkehr war die talentierte Künstlerin Essyla. Sie brachte mit ihrer anmutigen Ballade „Dancing on the Ice“ eine glanzvolle Performance auf die Wiener Bühne, die sich optisch und gesanglich absolut sehen lassen konnte.
Bei der Punktevergabe in der Nacht folgte für die sympathische Sängerin jedoch ein Wechselbad der Gefühle. Essyla landete im großen Finale mit insgesamt 36 Punkten auf dem 21. Platz im hinteren Mittelfeld. Besonders kurios: Sämtliche 36 Punkte stammten ausnahmslos von den internationalen Fachjurys. Die Experten aus Italien waren sogar so begeistert von dem Auftritt, dass sie die absolute Höchstwertung von 12 Punkten nach Belgien schickten. Beim weltweiten Publikum fiel der Song dagegen komplett durch – im Televoting gab es für „Dancing on the Ice“ schmerzhafte null Punkte. Das hat die tanzbare Eis-Prinzessin so definitiv nicht verdient.
Was meint ihr dazu?
Woran lag es eurer Meinung nach, dass das flämische Publikum diesmal so extrem weggeschaut hat? Und wie bewertet ihr das bittere Null-Punkte-Ergebnis beim Zuschauervoting für Essyla? Teilt eure Gedanken mit uns und schreibt eure Meinung unten in die Kommentare!









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