Selbst im hohen Norden, wo der Eurovision Song Contest traditionell wie ein Nationalfeiertag zelebriert wird, lief es in diesem Jahr vor den Bildschirmen überraschend verhalten. Der norwegische Rundfunk NRK musste am vergangenen Samstagabend beim großen Finale der 70. Ausgabe des ESC in Wien einen herben Dämpfer hinnehmen. Trotz der eigenen Finalteilnahme sackten die Zuschauerzahlen auf ein historisches Tief ab.
Einbruch der Reichweite trotz überragendem Marktanteil
Im Durchschnitt verfolgten lediglich 676.000 Zuschauer die Live-Übertragung auf NRK 1. Zwar sicherte sich das Finale damit immer noch einen phänomenalen Marktanteil von über 80 Prozent der Fernsehzuschauer, doch die nackte Reichweite spricht eine andere Sprache. Um ein ähnlich geringes Publikumsinteresse in Norwegen zu finden, muss man 19 Jahre zurückblättern: Zuletzt schalteten im Jahr 2007 weniger Menschen ein, als Guri Schanke im finnischen Helsinki bereits im Halbfinale scheiterte. Im Vergleich zum Finale 2025 gingen dem Sender im Schnitt satte 168.000 Musikfans verloren.
Der norwegische Delegationsleiter Mads Tørklep zeigte sich in einer Stellungnahme dennoch gelassen. Er betonte, dass man sich natürlich höhere Zahlen gewünscht hätte, es aber völlig verständlich sei, dass die Menschen am Abend vor dem norwegischen Nationalfeiertag andere Dinge zu tun hatten. Immerhin schalteten im Laufe des Abends insgesamt 1.316.000 Zuschauer für mindestens eine Minute rein.
Solider Einstand für Jonas Lovv und „Ya Ya Ya“
Verantwortlich für den Einschalt-Höhepunkt des Abends war ganz klar Jonas Lovv. Als er mit seinem Song „Ya Ya Ya“ die Bühne der Wiener Stadthalle betrat, schnellte die Kurve nach oben: In der Spitze schauten genau in diesem Moment 808.000 Menschen zu.
Jonas Lovv lieferte im Finale eine absolut solide und sympathische Performance ab, die mit insgesamt 134 Punkten belohnt wurde. Im dicht gedrängten Klassement bedeutete dies am Ende einen ordentlichen 14. Platz im Mittelfeld. Ein echtes Highlight gab es bei der Punktevergabe aus Westeuropa: Die französische Fachjury zeigte sich restlos begeistert von „Ya Ya Ya“ und schickte die absolute Höchstwertung von 12 Punkten nach Norwegen. Dennoch bleibt ein leicht fader Beigeschmack, da der mitreißende Beitrag vor einer ungewohnt kleinen Kulisse in der Heimat stattfand.
Wie seht ihr das?
Glaubt ihr, dass das Quoten-Tief wirklich nur am bevorstehenden Nationalfeiertag lag, oder hat der norwegische Beitrag in diesem Jahr einfach nicht den Nerv der Masse getroffen? Wie fandet ihr den 14. Platz für Jonas Lovv? Teilt eure Meinung mit uns und schreibt einen Kommentar unter diesen Artikel!









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