Das britische Fernsehpublikum hat dem Eurovision Song Contest in diesem Jahr ein wenig den Rücken gekehrt. Während das Vereinigte Königreich in den letzten Jahren wieder zu den absoluten Quoten-Garanten des Wettbewerbs gehörte, musste die BBC beim diesjährigen Finale der 70. Ausgabe des ESC in Wien einen herben Rückschlag verbuchen. Das Interesse auf der Insel sackte dramatisch ab und bescherte dem Sender ein historisches Tief.
Ein dramatischer Zuschauerschwund für die BBC
Im Durchschnitt schalteten am Samstagabend gerade einmal 5,2 Millionen Zuschauer das große Finale live auf BBC One ein. Auf den ersten Blick mag das nach einer soliden Zahl klingen, doch der Blick auf den direkten Vergleich zum Vorjahr tut richtig weh: Die Reichweite brach im Vergleich zum Finale 2025 um satte 1,49 Millionen Menschen ein. Damals hatte die Übertragung noch einen überragenden Marktanteil von fast 54,14 Prozent erzielt.
Blickt man in die Statistikdaten, die bis in das Jahr 1999 zurückreichen, markiert dieses Jahr den schlechtesten Wert im linearen Fernsehen seit 2010. Damals, beim ESC in der norwegischen Hauptstadt Oslo, schalteten 5,54 Millionen Menschen ein. Sollten die noch ausstehenden Abrufzahlen der Streaming-Plattform iPlayer ähnlich verhalten ausfallen, droht der diesjährigen Ausgabe sogar der traurige Titel des am schlechtesten bewerteten ESC-Finales im Vereinigten Königreich seit Beginn der Aufzeichnungen. Das ist eine herbe Enttäuschung für eine Nation, die den ESC zuletzt wieder so leidenschaftlich zelebriert hat.
Die britischen Quoten im Überblick
Das geringere Interesse spiegelte sich bereits unter der Woche bei den Halbfinals wider, die auf BBC One ebenfalls nur ein überschaubares Stammpublikum anlocken konnten.
Die nackten Zahlen für das Vereinigte Königreich im Detail:
- Erstes Halbfinale: 1,3 Millionen Zuschauer
- Zweites Halbfinale: 1,2 Millionen Zuschauer
- Großes Finale: 5,2 Millionen Zuschauer
Bitterer Absturz für Look Mum No Computer und „Eins, Zwei, Drei“
Ein Grund für das mangelnde Interesse am Samstagabend dürfte auch das Abschneiden des britischen Beitrags gewesen sein. Der exzentrische Künstler Look Mum No Computer ging für das Vereinigte Königreich mit dem ungewöhnlichen Titel „Eins, Zwei, Drei“ an den Start.
In der Wiener Stadthalle blieb der erhoffte Funke international jedoch komplett aus. Bei der Punktevergabe erlebte die britische Delegation ein echtes Fiasko: Lediglich ein einziger mitleidiger Punkt von der Fachjury aus der Ukraine landete auf dem Konto des Sängers. Beim weltweiten Publikum ging der Beitrag komplett leer aus. Das bedeutete am Ende den bitteren 25. Platz im Gesamtklassement. Nach den Erfolgen der jüngeren Vergangenheit fühlt sich dieser vorletzte Platz wie ein heftiger und schmerzhafter Rückschritt an.
Was sagt ihr zu den Zahlen?
Woran lag es eurer Meinung nach, dass das britische Publikum diesmal so weggeschaut hat? War der Song von Look Mum No Computer einfach zu speziell für das Finale oder war der 25. Platz ungerechtfertigt? Schreibt uns eure Meinung gerne unten in die Kommentare!










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